BPM360 Podcast
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Episode 8759 min

Kein Kästchenmalen mehr: Drei BPM-Podcasts live von der All About Process Management

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Drei BPM-Podcasts, ein Raum, ein Mikrofon: Live von der All About Process Management in Stuttgart ziehen die Hosts Bilanz zur Messe. Dann wird es grundsätzlich. Wird KI das Prozessmanagement überflüssig machen, oder erlebt BPM gerade sein größtes Revival? Die Runde ist sich einig: Prozesse waren nie wichtiger. Nur die Art, wie wir BPM betreiben, wird sich radikal ändern. In dieser Folge Klassentreffen statt Frontalbeschallung: Was die Messe ausmacht: Workshops, Podiumsdiskussionen, ein Hackathon und viele kleine Anbieter mit frischen Ideen. Dazu eine bemerkenswerte Offenheit zwischen Beratungen, Tool-Herstellern und Wettbewerbern. Fehlt da nicht was? Wird die Messe ihrem Namen gerecht? Kritikpunkt: Ein richtiger Process-Mining-Anbieter fehlte in der Ausstellung. Alle Tools ringen mit KI: Bauen wir das Tool komplett neu oder erweitern wir es? Die Runde fragt, ob etablierte Anbieter, die nur an ihrem Bestand weiter iterieren, noch eine Daseinsberechtigung haben. Ihre Prognose: „Wir werden in den nächsten Jahren noch viele Kodaks sehen.“ Was wird aus der Beratung? Wenn die Hälfte der Leute das Doppelte schafft: Wie positioniert man sich, wie stellt man Leistung in Rechnung, und welche Kompetenzen braucht es künftig? Ein Beispiel ist Governance für KI-Skills statt BPMN-Modellierungstraining. FOMO oder echter Shift? Viel Hype, aber auch echte Veränderung. Anforderungen lassen sich heute per Rapid Prototyping erheben statt in 100-seitigen Lastenheften. Ein Beispiel aus der Runde: ein Projekt mit drei Jahren Lastenheftphase. Teure Lektionen: Unternehmen bauen deterministische Prozesse mit KI-Agenten nach und wundern sich über sechs- bis siebenstellige Token-Rechnungen im Monat. Die Fachexperten schlagen zurück: Wer die Spezifikation beschreibt, erzeugt künftig die Lösung. Java wird zum neuen Assembler. Die entscheidenden Rollen werden zwei: der Fachexperte und der Architekt, der das große Ganze sieht. „Prozesse erlebbar machen“: Weg vom Dokumentieren und Abheften in der Klarsichthülle, hin zu Prozessen, die greifbar, sichtbar und messbar im Live-System stecken. Das Revival von BPM durch KI: Prozesswissen, Daten und vor allem Regeln wandern in ein Kontextmodell, also einen Knowledge Graph mit Prozessschritten, operativen Daten und Compliance-Vorgaben. SOPs, die früher nur abgezeichnet und abgelegt wurden, werden endlich nutzbar. Das Fazit der Runde: „Ohne Prozessinformation wird KI nicht fliegen. Punkt.“ Ein Agent ist wie ein neuer Mitarbeiter: Er weiß nur, was du ihm gibst. Mit dokumentierten Regeln, Prozessen und Daten liefert er Gutes, ohne sie nur Unsinn. Klein anfangen, wo die Begeisterung ist: Erfolge zeigen, Neid erzeugen, von Push zu Pull kommen, und dabei immer das große Ganze im Blick behalten. Europa vs. Amerika: Langfristiger Qualitätsanspruch gegen „Go fast and break things“. Die Gefahr ist ein neues Daten-, Prozess- und Usability-Chaos durch schnell gebaute Insellösungen. Resilienz: Was passiert, wenn IT oder Energie ausfallen? Business Continuity Management rückt aus der Nische ins Zentrum.